Oktober: Meerrettich!

Anklicken zum Vergrößern Wenn der Oktober die Laubwälder unserer Heimat in bunte Traumlandschaften verwandelt, künden sich zugleich die "Scharfen Wochen" an. Dies ist nicht etwa die Brunftzeit unseres heimischen Rotwilds, sondern die Zeit, in der der erste Meerrettich - in Franken "Kreen" genannt - geerntet wird. In unseren Gasthäusern finden Sie in dieser Zeit Kreengerichte in vielen Varianten - traditionelle Gerichte wie "Kreenfleisch" (Rindfleisch mit Meerrettichsoße), aber auch exotische Kreationen wie "Meerrettich-Eisparfait" soll es geben ...

Anklicken zum VergrößernIn unserem Restaurant bekommen Sie eher traditionell orientierte Meerrettich- Gerichte: "Schnitzel mit Pfiff" (Wiener Schnitzel mit Meerrettichkruste), Schweinelendchen mit Meerrettich-Kräuterbutter und "Kreenfleisch" (Rindfleisch mit Kreensoße) sowie "Kreen-Suppe" stehen jetzt auf der Speisekarte der "Scharfen Wochen".

Was ist denn so besonderes am "Kreen"?

"Erst prickelt und lodert es auf der Zunge und im Gaumen, dann durchströmt das pikante Aroma die Nebenhöhlen und zieht sich hinauf bis ins Großhirn ..." so hat es ein begeisterter Fan beschrieben. Es die die exquisite Schärfe der Gemüsewurzel, die den Kreen als (Würz-)Beilage so beliebt macht. Dabei liegt es in der Hand des Kochs, ob die Schärfe eher dezent zur Geltung kommt wie in der Meerrettich-Suppe, oder aber als richtiger "Scharfmacher" für Fleisch-, Wurst- und auch Fischgerichte dient.

Der Meerrettich (lateinisch Armoracia rusticana) stammt vermutlich ursprünglich aus Südosteuropa. Zur Verwendung in Küche und Medizin wird vor allem seine Wurzel verwendet. Schon im Altertum war die Pflanze bekannt, seit dem 12. Jahrhundert ist ihre Verbreitung in Mitteleuropa belegt und sie kommt heute in fast ganz Europa verwildert vor. Meerrettich ist sehr gesund, das wußten auch schon unsere Vorfahren, die dem Meerrettich stets einen Platz im Bauerngarten einräumten. Denn nicht nur zur Würze diente die scharfe Wurzel, sondern auch zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit.

Seine gesundheitliche Wirkung ist auch wissenschaftlich belegt: Meerrettich enthält beinahe doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen sowie die Vitamine B1, B2 und B6. Er verfügt über wertvolle Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Natrium, Kalium, Phosphor und Eisen. Seine antibiotischen Inhaltsstoffe Allicin und Sinigrin entwickeln eine Wirkung, die dem Penicillin ähnelt. Darum hilft Meerrettich Erkältungen vorzubeugen, er wirkt fördernd und stabilisierend auf die Verdauung, anregend auf Herz und Kreislauf und durch seinen natürlichen Reichtum an schwefelhaltigen ätherischen Ölen bakterienhemmend.

Zu guter Letzt: Legt man ein Stückchen Meerrettich in die Geldbörse, wird sie niemals leer sein. Das sollte auch den letzten Zweifler überzeugen!